Samstag, 7. Februar 2015

K wie Kofferkontrolle





Am achten Januar ging also meine Reise nach Galapagos los. Mein Flug startete um 11:30 Uhr in Quito, was für mich bedeutete, dass ich schon um fünf Uhr früh aufstehen und um 6:15 das Haus verlassen musste. Pancho brachte mich zum Busterminal Quitumbe, von wo aus ich für zwei Dollar einen Bus zum Flughafen nahm.
Um ungefähr 8:30 Uhr kam ich ebendort an, ich hatte also noch drei Stunden Zeit, bis mein Flug starten sollte... Ich gab also erstmal mein Gepäck ab, das für Galapagos durch eine extra Kontrolle musste, da man nach Galapagos nichts organisches einführen darf, da in der Vergangenheit vor allem auswärtiges Obst und Gemüse das galapagenische Ökosystem durcheinenader gebracht hatten. Die restliche Zeit verbrachte ich dann mit essen :D. 
Nach gefühlten Jahren saß ich dann endlich im Flieger und nach etwa zweieinhalb Stunden und einem Zwischenstopp in Guayaquil kamen wir in Baltra an, einer Insel, die einer Wüste gleicht und auf der es außer dem Flughafen und einem Militärstützpunkt keine Zivilisation gibt. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, mussten dann erstmal alle Passagiere ein Visum kaufen. Dabei gibt es den Preis betreffend große Unterschiede - während die Einheimischen ( also Ecuadorianer) nur zehn Dollar für ihr Visum zahlen müssen, mussten Ausländer - so wie ich einer bin - direkt mal 100 Dollar hinblättern, um die Inseln betreten zu dürfen. 
Die nächste Bürde war das Abholen des Gepäcks, denn bevor wir uns unser Gepäck schnappen durften, musste erstmal ein Hund über alle Koffer trampeln und sie ordentlich beschnüffeln, um sicherzustellen, dass auch niemand unerwünschte Substanzen hinübergeschmuggelt hatte. Nachdem dies geschafft war, musste man noch einen Zettel ausfüllen, durch den man bestätigte, keine auswärtigen Lebensmittel und so weiter in seinem Gepäck zu haben, bei einem Sicherheitsbeauftragten abgeben, der in diesem Zuge das Gepäckstück, das bis zu diesem Zeitpunkt mit Kabelbindern verschlossen war, wieder zugänglich machte. Es ging nun also mitsamt Gepäck zu einem Shuttelbus, der alle Passagiere zum Hafen von Baltra brachte. Von dort aus ging es mit dem Boot zur Anlegestelle der Insel Santa Cruz und von dort aus mit einem weiteren Shuttelbus nach Puerto Ayora, der Hauptstadt Santa Cruz' , die am anderen Ende der Insel liegt. Dort checkte ich dann erstmal in meinem Hotel ein, das ich vorher gebucht hatte, legte meine Sachen ab und machte mich auf, die Stadt zu erkunden. Es war vor allem schön, endlich mal wieder am Meer zu sein, vor allem, da das Meer in Galapagos eine unglaublich schöne Farbe hat - das schönste türkis-blau, das ich je gesehen habe! Da es nach der ganzen Reise schon zu spät für weitere Aktivitäten und ich ziemlich müde war, begab ich mich dann ziemlich bald ins Bett, um mich für den nächsten Tag auszuruhen. 



J wie Jugendtraum


Hallo meine Lieben!
Seit ich irgendwann als Kind einmal im Fernsehen auf "arte" oder so eine Dokumentation über die Galapagos- Inseln gesehen habe, war es immer mein Traum gewesen, dort eines Tages mal hin zu reisen. Und nun war ich diesem Traum so nah wie nie, da Galapagos ja zu Ecuador gehört. Deshalb war es für mich ja schon eigentlich Pflicht, mir meinen Jugendtraum endlich zu erfüllen und nach Galapagos zu reisen. Deshalb suchte ich, am Montag, nachdem wir aus Sigchos zurück gekommen waren, ein Reisebüro hier in Quito auf, um mich darüber zu informieren, wie das mit der Reise nach Galapagos denn so läuft, da ich von vielen gehört hatte, es wäre schwierig, in die Inseln einzureisen, unter anderem, weil man ein extra Visum dafür benötigt. 
Die Dame im Reisebüro bot mir dann eine neuntägige Schiffstour an, auf der man von Insel zu Insel fährt, dort von Board geht und die jeweilige Insel besichtigt und auch Schnorcheltouren macht, jedoch auf dem Schiff schläft und dort auch Verpflegung umsonst bekommt. Das ganze hätte 2000 Dollar gekostet. Anfangs war ich ganz euphorisch und wollte das unbedingt machen, wobei mir gar nicht bewusst war, wie unglaublich Teuer der ganze Spaß eigentlich ist. Ich sagte der Reisebürofrau also zu und begab mich zurück nach Hause, wir machten für den nächsten Tag einen Termin aus, an dem wir alles weitere besprechen wollten. 
Zuhause angekommen sprach ich dann mit meiner Mutter darüber. Sie holte mich - zum Glück! - wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und machte mir bewusst, dass 2000 Dollar für neun Tage Bootsfahren eindeutig zu viel sind. Darum beschloss ich, der Frau am nächsten Tag im Reisebüro zu sagen, dass ich die Tour nicht machen werde - sondern stattdessen nur den Flug nach Galapagos buchen möchte. 
Zum Glück war das gar kein Problem ( obwohl ich ja für die Bootstour eigentlich schon zugesagt hatte und sogar schon einen Vorschuss bezahlt hatte - ups) und so buchte ich nur den Hin- und Rückflug nach Galapagos. Ich sollte also am achten Januar von Quito nach Baltra/ Santa Cruz fliegen und hatte meinen Rückflug für den 20. Januar von Baltra/ Santra Cruz nach Guayaquil ( die größte Stadt Ecuadors) gebucht, um diese Stadt ebenfalls kennen zu lernen. 
Überglücklich und aufgeregt bereitete ich mich also darauf vor, mir meinen Jugendtraum zu erfüllen - das bedeutete vor allem, viele kurze Sachen einpacken, denn in Galapagos sollte es - im Gegensatz zu Quito - endlich mal richtig schön heiß werden! 

Mittwoch, 7. Januar 2015

I wie Idylle

-Dass der Eintrag erst so spät veröffentlicht wurde, liegt daran, dass ich ewig total schlechtes Internet hatte.-

So, ich sollte jetzt vielleicht auch langsam mal erzählen, wie ich Silvester bzw. Neujahr hier verbracht habe. Wie bereits erwähnt, ist Silvester hier ein Fest, das man mit der Familie verbringt und da unser Gastvater aus einem kleinen Dorf in den Bergen namens Sigchos kommt und seine Mutter dort immer noch lebt, hat es uns ebenfalls dort hin verschlagen, um das neue Jahr mit einem Teil der Familie des Vaters ( er hat 11 Geschwister, die alle Ehepartner und Kinder haben - seine Familie ist dementsprechend groß) zu feiern.
Eigentlich war geplant, dass Pancho und ich am 31. Dezember mit Freunden von ihm, die ebenfalls Familie in Sigchos haben, schon früher als der Rest der Familie los fahren. Im Endeffekt sind wir dann aber - ganz nach ecuadorianischer Manier - dreieinhalb Stunden später gefahren als der Rest.
Da an diesem Tag natürlich noch mehr Verkehr in der Stadt herrschte als sonst, dauerte die Fahrt ungefähr drei Stunden.
Jedoch wurden wir nicht nur vom Verkehr, sondern auch von einem typisch ecuadorianischen Brauch aufgehalten. Hier ist es nämlich üblich, dass die Männer sich an Silvester als Frauen verkleiden und auf die Straße gehen, den Autos den Weg versperren und sie nur gegen eine kleine Spende weiterfahren lassen. Diese süßen Transvestiten haben uns also ebenfalls nochmal einige Minuten aufgehalten, und das in jedem Kaff, durch das uns unser Weg geführt hat.
Als wir dann endlich in der Dunkelheit in Sigchos ankamen, war es schon fast 8 Uhr, deshalb machten wir uns, nachdem wir unsere Sachen im kleinen Ferienhaus, das die Familie dort besitzt ( sie haben dort sogar einen großen Garten, eigene Hühner und Meerschweinchen) abgelegt hatten, auf dem Weg zum Haus der Großmutter, das ein paar Schritte die Straße hinunter gelegen ist und in dem wir schon vom Rest der Familie erwartet wurden. Es war - wie gesagt - nur ein Teil der Familie anwesend, wir waren so ca. 25 Leute. Wir setzten uns alle ins Wohnzimmer des Hauses und es wurde sofort begonnen, sich zu unterhalten -und natürlich durfte auch der Alkohol nicht fehlen. So wurde gleich die erste Flasche Schnaps geöffnet und immer jeweils ein Glas herum gereicht. Das ging so einige Zeit weiter, bis Rocío mir irgendwann vorschlug, mit mir, Natalia, ihrem Mann Pablo und den Kindern zum Marktplatz des Dorfes zu fahren, da dort anscheinend eine kleine Show stattfinden sollte. Diese bestand aus Gesang und Tanz sowie einer Parodie der Weihnachtsgeschichte. Danach machten wir uns auf dem Weg zum Ferienhaus, da dort der Truthahn bereits fertig im Ofen auf uns wartete. Um ca. 11 Uhr aßen wir dann also zu abend, es gab wie gesagt Truthahn ( con arroz, wer hätte es gedacht) und Gemüse. Nach dem Essen mussten wir uns beeilen, wieder zum Haus der Großmutter zu kommen, denn mittlerweile fehlte nur noch eine viertel Stunde bis Mitternacht.
Hier sind Feuerwerke nicht so üblich, aber das, was eigentlich jeder an Silvester macht, ist, das año viejo ( also das alte Jahr) zu verbrennen. Das heißt, es gibt einen kleinen Haufen mit Holz, der angezündet wird. Viele Leute kaufen sich ( oder machen sie selbst) Puppen aus Pappe, die ebenfalls verbrannt werden. Zur Zeit um Silvester herum gibt es diese Puppen in jeder Form und Größe überall in Quito zu kaufen - so sind zum Beispiel Spiderman oder andere Filmfiguren aus Pappe, aber auch Politiker - wie der Bürgermeister von Guayaquil- dort zu finden. Ein weiterer Brauch ist, seine Wünsche für das neue Jahr auf einen Zettel zu schreiben und diesen ebenfalls auf den "Scheiterhaufen" zu werfen.
So wurde als bei uns um Mitternacht das Feuer entzündet, wir wünschten uns alle ein frohes neues Jahr und warteten draußen, bis das Feuer erlosch. Danach begaben wir uns wieder ins Wohnzimmer, es wurde weiter getrunken ( und natürlich auch getanzt), bis alle irgendwann erschöpft ins Bett gingen. Am nächsten Tag haben wir, außer einer kleinen Wanderung durch die Berge, bei der uns einige Kühe den Weg versperrt hatten, nicht wirklich viel unternommen, außer, dass mir unsere Gastmutter den Garten, den die Familie dort hat, gezeigt hat. Dort wachsen Baumtomaten, Avocados, Bohnen und Mais. Außerdem haben sie dort in einem Stall Hühner und Meerschweinchen, die wohl leider für den Verzehr gedacht sind. Wenn die Familie grade nicht in Sigchos ist, kümmert sich ein ( ich glaube indigenes) Ehepaar um den Garten und die Tiere, die beiden wohnen auch in einer eher heruntergekommenen Hütte auf dem Grundstück.
Einen Tag später haben wir dann einen Ausflug mit dem Pickup Truck zu einem Dorf etwas weiter entfernt - ebenfalls in den Bergen - gemacht, wo wir die Landschaft, die sehr an die schweizer Alpen erinnert, genossen haben. Wir sind dann auch zu einer Käserei gefahren, die aber leider geschlossen hatte.
An unserem letzten Tag in Sigchos war die Familie den ganzen Vormittag damit beschäftigt, das Ferienhaus zu putzen und aufzuräumen, danach sind wir in ein Restaurant gefahren - und da kam der Schock für mich. Es war endlich soweit - die Familie lud mich zum Cuy ( also Meerschweinchen) essen ein! Traditionell wird das Cuy in der Sierra mit Kartoffeln und Erdnussoße serviert. Es gibt zwei verschiedene Arten von Cuy, das eine bekam nur Trockenfutter zu fressen und dessen Fleisch ist demnach etwas fetter, wohingegen die andere Sorte nur Gras zu fressen bekam und dessen Fleisch deshalb magerer ist. Obwohl in diesem Restaurant die erste Sorte serviert wurde, war natürlich trotzdem kaum Fleisch an den Knochen des armen Meerschweinchens, dessen Kopf hier sogar mit gegessen wird ( das Lieblingsstück meines Gastvaters).  Ich muss ehrlich sagen, dass mir Cuy überhaupt nicht schmeckt und dass mir sogar beim Essen etwas schlecht geworden ist - und das liegt nicht nur daran, dass ich es mega grauenvoll finde, ein süßes kleines Meerschweinchen zu essen! Der Geschmack des Fleisches ist einfach ekelhaft, teilweise sogar fischartig ( ich als - normalerweise - Vegetatier kann den Geschmack aber sowieso mit keinem eines anderen Tieres vergleichen, manche Leute hier meinen, es ähnelt Hühnchen, andere sagen, es schmeckt wie Kaninchen). Trotz allem habe ich das ganze Stück aufgegessen, da die Familie so stolz war, mir endlich das berühmte Cuy auftischen zu können.  Nach dem Restaurantbesuch ging es für  uns dann leider aus dem idyllisch ruhigen Sigchos wieder in die nervtötende, erdrückende Großstadthölle Quito. Es war wirklich schön, dieser mal für ein paar Tage entkommen zu können und in Sigchos einfach zu entspannen und die Natur zu genießen und außerdem eben zu erfahren, wie hier Silvester gefeiert wird. Die Erfahrung mit dem Cuy hätte ich mir allerdings sparen können!  Das schlimmste war, dass eine indigene Frau aus Sigchos unserer Mutter bei der Abreise noch zwei tote Meerschweinchen mitgegeben hat, was bedeutete, dass es bei uns daheim in Quito ein paar Tage nach der Rückkehr schon wieder Cuy zu essen gab -und diesmal musste ich sogar sehen, wie es im ganzen in den Ofen geschoben wurde! Guten Appetit sag ich da nur, falls einer von euch ein Meerschweinchen daheim hat und mal was neues ausprobieren will, einfach häuten, schön mit Salz einreiben und ab in den Ofen...

Sonntag, 28. Dezember 2014

H wie Heiligabend

So, etwas zu spät, aber besser spät als nie, sollte ich jetzt vielleicht mal von meinem Weihnachten hier berichten. "Weihnachtsstimmung" ( wenn man das überhaupt so nennen kann) kam bei uns bereits am 23.12. auf, da wir vom ACJ zu einem Weihnachtsessen in der Filiale eingeladen wurden. Alle wichtigen Vorstände des ACJ waren da, ebenso einige Jugendliche, die dort Freiwillig arbeiten. Eingeleitet wurde der Abend mit einigen Reden der Vorsitzenden, danach folgte eine Vorführung einer Tanzgruppe, die typische einheimische Tänze vorführte. Darauf folgte das Essen, das von einer Catering- Firma ausgerichtet wurde. Zu meiner Überraschung boten die sogar endlich mal eine vegetarische Version des Essens an, das nutzte ich natürlich sofort freudig aus, und so gab es für mich endlich mal kein pollo oder sonstigen Spaß - sondern gefüllte überbackene Champignons, überbackene Aubgerine, Reis, Ofenkartoffeln und Salat. Nach dem Essen trat dann eine Band auf, die natürlich ecuadorianische Musik spielte und nach einigen Lieder wurden wir - ganz typisch - alle aufgefordert, das Tanzbein zu schwingen. Irgendwann waren alle aber ziemlich erschöpft und mit so viel Essen im Bauch tanzt es sich ja auch nicht so gut, deshalb löste sich die ganze Gesellschaft dann ziemlich bald auf und wir gingen wieder nach Hause. 

Der 24.12. - also Heiligabend oder hier eben Nochebuena - ist eigentlich auch hier in Ecuador wie bei uns in Deutschland der Wichtigste der Weihnachtsfeiertage. Normalerweise feiert man auch hier diesen Abend mit einem großen Essen, danach werden die Geschenke ausgepackt und getrunken und getanzt. So wird das normalerweise auch hier in unserer Familie gemacht - nur dieses Jahr nicht, da Natalia arbeiten musste, und deshalb erst am 25. nach Quito kommen konnte und da die Familie wollte, dass alle zusammen sind, haben wir am 24. nicht das typische Fest gefeiert, sondern warteten bis zum 25. damit. Den 24. Dezember verbrachten wir also damit, das Essen für den folgenden Tag vorzubereiten. Das typische Weihnachtsessen hier ist pavo ( Truthahn), den wir erstmal auftauen mussten, dann haben wir ihn in mit Gemüse und Salz, Knoblauch und Zwiebeln gekocht, bevor wir ihn mit Würze eingerieben und in den Ofen geschoben haben. Da unser Ofen hier ziemlich langsam ist, dauerte das Backen des Truthahns ganze sieben Stunden! 
Während wir also auf den Truthahn warteten, bereiteten wir weiteres typisch weihnachtliches Essen vor. So zum Beispiel ein süßes Gebäck, das sich Bunuelo nennt - der Teig besteht aus Maismehl, Weizenmehl, Eiern, Milch, etwas Zucker und Salz und man frittiert diesen Teig in Öl. Dazu gibt es ein Gemisch aus Honig, Wein und Zimt, in das man diese Bunuelos dann später eintunkt - sehr, sehr lecker sage ich euch! 
Außerdem haben wir Tamales gemacht - das ist ein Teig aus Maismehl, das wir außerdem mit Eiern, Hühnchen, Erbsen und Rosinen vermischt haben. Das ganze wird dann in die Blätter irgendeiner Pflanze eingewickelt haben ( mir ist leider der Name entfallen). Das ganze wird dann in einem Topf dampf gegart und schmeckt echt lecker.
Da Steffi zum Abendessen bei einer anderen Familie eingeladen war, verbrachte ich den Heiligabend alleine mit unserer Familie zu Hause. Der Abend war wirklich in keinster Weise Weihnachtlich oder anders als andere Abende hier, wir haben nicht einmal alle gemeinsam gegessen. Der einzige Unterschied zu normalerweise war, dass es zusätzlich zu einem Berg Reis und Hühnchen auch noch Tamales und Bunuelos gab. Ach ja - nach dem Essen haben wir dann auch noch einen Weihnachtsfilm angeschaut. Danach bin ich dann ins Bett gegangen, um mich auf den - hoffentlich mehr weihnachtlichen - 25.12. zu freuen. 

Also gut, Weihnachten kann kommen! Am ersten Weihnachtsfeiertag stand ich extra früh auf, um unserer Mutter beim Kochen zu helfen, da die Vorbereitungen des Weihnachtsessen noch lange nicht abgeschlossen waren und es noch sehr viel zu tun gab. Aber zunächst einmal gab es Tamales zum Frühstück, denn obwohl wir noch einen Berg voller Essen für heute vor uns hatten, darf das Frühstück natürlich nicht ausfallen. Danach ging es dann auch schon ans Kochen, zunächst einmal bereiteten wir einen arroz navideno ( Weihnachtsreis) vor, der, da er mit Petersilie gekocht wird, grün ist. Außerdem wird er mit Garnelen, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch angebraten. Das war die erste Beilage. Die zweite Beilage waren gebratene Kartoffeln, ebenfalls mit Petersilie. 
Da der Truthahn nicht genug Fleisch ist, haben wir dann natürlich auch noch Schinken mit in den Ofen geschmissen und für die Vorspeise weitere Garnelen angebraten. Natürlich wollen wir nicht nur ungesund essen, deshalb gab es noch Erbsen, Karotten und Salat. Nach stundenlanger Vorbereitung war das ganze Essen dann endlich fertig und die ganze Familie eingetrudelt, deshalb konnten wir uns endlich an den Tisch setzen und essen, essen, essen. Nach einem Berg voller Essen ging das Programm dann weiter mit einer "Show" die Ismael und der Sohn von Vito - Sebastian - für uns vorbereitet hatten. Sie bestand aus ein bisschen Krippenspiel, Gesang und einigen Witzen - das ganze war eigentlich echt süß. Danach ging es dann ( endlich!) ans Geschenke auspacken. Geschenke bekommen hier aber hauptsächlich nur die Kinder - und das nicht zu knapp. Die drei kleinen haben so einen riesigen Berg voller Geschenke bekommen, dass man hätte denken können es wurde für zehn Kinder eingekauft. Wir bekamen auch eine Kleinigkeit geschenkt und haben unserer Gastfamilie eine Einladung zum Essen geschenkt -beschrieben auf einer Karte die ich liebevollst gebastelt hatte ;D 
Nachdem alle Geschenke ausgepackt waren, schauten wir einige Zeit den Kindern beim Spielen zu, aßen Plätzchen und dann ging es auch schon los mit dem Getanze - das darf hier anscheinend wirklich nieeemals fehlen ( zu meinem Pech :D). Es war aber eigentlich wirklich cool, da die ganze Familie - egal ob groß oder klein - zusammen im kleinen Wohnzimmer zusammen tanzte. Ein paar Stunden ( ja, wirklich Stunden) des Tanzens später, ging es dann ans Abendessen, wo die Reste des Mittagessens ( ja, es ist tatsächlich sogar noch was übrig geblieben, obwohl jeder von uns einen Berg auf seinem Teller hatte!)  aufgetischt wurden. Außerdem gab es auch noch Torte, da der Freund von Natalia zufälligerweise auch noch an diesem Tag Geburtstag hatte.
Nach dem Essen ging es dann weiter mit dem Tanzen, außerdem wurde nun begonnen, zu trinken. Das ganze fing mit Bier an, lief dann über in Wein, später gab es Tequila ( getrunken mit Zitronen gepflückt aus dem eigenen Garten ;) ) und ganz zum Schluss einen Himbeergeist, den ich aus Deutschland mitgebracht hatte. Während des Besäufnisses hatten sich die Eltern sowie Rocio und ihre Familie irgendwann ausgeklinkt, aber der ganze tapfere Rest war sowas von besoffen, dass alle irgendwann sogar aufhörten zu tanzen ( oh Wunder!) und im Halbschlaf mit einem mega - Seier auf dem Sofa rumhingen. Das ganze wurde mir dann so um ein Uhr Nachts irgendwann zu schnöde und ich war sowas von vollgefressen und müde, dass ich beschloss, mich auch zu verabschieden und ins Bett zu gehen. 

Der zweite Weihnachtsfeiertag wurde ebenfalls mit der ganzen Familie verbracht, wir machten einen Ausflug zur mitad de mundo - also zur "Mitte der Welt". Dieser Ort soll angeblich direkt am Äquator liegen, es gibt dort ein riesiges Denkmal und allen möglichen Kram, die Linie des Äquators ist sogar eingezeichnet - leider haben sich die Genies, die das ganze errichtet haben etwas verrechnet, deshalb liegt der ganze Spaß leider nicht exakt in der Mitte der Welt. Schade aber auch, wir haben uns nicht dran stören lassen, dort ist es nämlich trotzdem richtig richtig schön, und es macht sich ja ganz toll, dort Fotos zu schießen und wenigstens so zu tun als stünde man mit einem Fuß auf der Nord- und mit dem anderen auf der Südhalbkugel ;D

So, das war also mein Weihnachten hier, es war leider etwas unspektakulär, aber hier ist es anscheinend auch so, dass Silvester anscheinend wichtiger als Weihnachten ist und auch mehr gefeiert wird ( man feiert es hier traditionell mit der Familie). 
Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Feiertage zuhause und habt sie mit den Menschen verbracht, die euch wirklich wichtig sind! Wenn man so weit weg von zu Hause ist, weiß man ( zumindest ich) vor allem an solchen Tagen besonders zu schätzen, wie schön es ist, solche besonderen Tage zusammen mit seiner Familie zu verbringen - zumal man sich vielleicht sonst während des restlichen Jahres nicht so viel Zeit nimmt, sich einfach einen Abend zusammen zu setzen, schön zu essen und sich vor allem einfach zu unterhalten und Zeit miteinander zu verbringen. 

Jetzt wünsche ich euch dann erstmal ( weil ich ja Weihnachten leider schon verpennt habe :D) einen guuuuuuten Rutsch ins neue Jahr! Lasst es krachen und kippt euch schön einen hinter den Latz! Aber passt auf, ihr wisst ja was man sagt: Wein auf Bier, das rat ich dir, Bier auf Wein, das rat ich dir! PROST! 

Das sind die berüchtigten Tamales
..und das sind Buñuelos




Mittwoch, 17. Dezember 2014

G wie Galletas

Gestern haben Steffi und ich uns gedacht, es ist Zeit, hier endlich mal für Weihnachtsstimmung zu sorgen, deswegen sind wir nach der Arbeit in den Megamaxi gefahren ( es gibt hier eine Supermarktkette, die Filialen unterschiedlicher Größe hat - Super-, Mega- und Hypermaxi), um Zutaten für galletas also Plätzchen, zu kaufen. Unsere Wahl fiel auf Lebkuchen, die wohl typischsten deutschen Plätzchen, und ausgefuchst wie ich bin, hatte ich natürlich schon vorgesorgt und Oblaten sowie Lebkuchengewürz von zu Hause mitgebracht. Es fehlten uns also nur noch gemahlene Mandeln und brauner Zucker sowie Eier, den Rest hatte unsere Familie daheim. Das Problem war nur: hier gibt es anscheinend keine gemahlenen Mandeln, deshalb mussten wir ganze Nüsse ( die auch hier übrigens sackteuer sind) kaufen, und diese dann schön ordentlich per Hand in gemahlene Mandeln verwandeln. Also ran an die Hackmesser, und auf gehts! Klingt einfach und spaßig? Äh, nein, ganz sicherlich nicht. Lebkuchen backen ist anscheinend normalerweise eine Sache von 20 Minuten, aber alleine das Zerhacken der Mandeln hat 2 Stunden gedauert, da wir ein halbes Kilo zerkleinern mussten :D Danach ging alles dann mehr oder weniger fix und wir konnten den fertigen Teig auf Backblechen verteilen. Nächstes Problem: hier gibt es anscheinend kein Backpapier, sondern man legt das Backblech mit Alufolie aus. Das sollte sich später noch als ziemlich ungünstig herausstellen. Jedenfalls haben wir dann die Oblaten schön ordentlich auf dem Blech verteilt, brav mit angemessenen Abstand zum Nebenmann. Daraufhin haben wir den Teig auf die Oblaten geklatscht, schon dabei stellte sich heraus, dass dieser wohl ein bisschen zu flüssig geraten war, denn er zerlief schon dabei ein wenig. Nun gut, das ganze wurde dann in den Ofen gepackt und ca. 20 Minuten später erwartete uns eine Überraschung: die ganzen schönen runden Lebkuchen waren zu einer einzigen riesigen Lebkuchenmasse zerlaufen. Halb so wild, nun hieß es eben, inmitten der Teigmassen die Oblaten aufzustöbern und um sie herum die Lebkuchen auszuschneiden. Das funktionierte dank der Alufolie mehr oder weniger gut, da der Teig, überall wo keine Oblate war, eeetwas an der Folie festklebte, sodass wir das ganze mit Ach und Krach abschaben mussten und versuchten, daraus mehr oder weniger ansehliche Lebkuchen zu formen. Das gelang und nicht ganz so gut. Irgendwann waren dann aber endlich alle Lebkuchen vom fiesen Backblech und der anhänglichen Alufolie befreit und so hässlich sie letztendlich aussahen, sie schmeckten echt richtig richtig lecker, wie echte Lebkuchen eben. Sogar unserer Familie haben sie total gut geschmeckt, sodass heute schon fast alle verputzt sind. Eigentlich wollten wir die Lebkuchen noch mit Schokolade überziehen, aber erstens hätte das ihr hässliches Aussehen wohl eh nicht mehr gerettet und zweitens hatten war nach insgesamt 3 Stunden Arbeit keine Lust mehr, noch länger in der Küche zu stehen. Außerdem kommt es ja nicht aufs Aussehen an , sondern die inneren Werte zählen! ;D in diesem Sinne schon mal: feliz prä- navidad und esst ein paar Plätzchen für mich mit!


Montag, 15. Dezember 2014

F wie Ferien

Uuuund da melde ich mich auch schon wieder :) !
Ich wollte euch im kalten Deutschland nur kurz unter die Nase reiben, dass ich dieses schöne Dezemberwochenende am Strand - genauer gesagt in Canoa - verbracht habe.
Wir sind Freitag Nacht mit zwei weiteren Freiwilligen aus irgendeiner anderen Organisation ( nämlich einem Deutschen namens Willem und einem US-Amerikaner namens Zack) sowie dem Ecuadorianer Pato mit dem Bus ca. sechs Stunden in Richtung Küste gefahren. Wir hatten echt Glück, denn Bus war schon fast voll, als wir um halb 11 am Schalter standen, um unsere Tickets zu kaufen. Glücklicherweise haben wir aber noch Plätze bekommen und so sind wir Samstag früh um halb 8 im kleinen Dorf Canoa an der Pazifikküste angekommen. Dort gibt es wirklich so gut wie nichts, außer ein paar kleine süße Bars und Restaurants am Strand sowie Hostels, ein paar kleine Läden und Surfschulen. Das erst was wir taten war, uns erstmal nach einem Hostel umzusehen. Nach einigen Fehlgriffen hatten wir dann ziemlich schnell eines gefunden, das uns allen einigermaßen gefiel und auch ziemlich sauber und günstig ( 6$ pro Nacht) war. Es wird von einem Italiener betrieben und hat sogar eine Gemeinschaftsküche, die wir später noch nutzen sollten. Nachdem wir das Hostel bezogen hatten, gings dann erstmal in ein Restaurant am Strand, wo wir Garnelenrührei frühstückten, bevor wir uns ans Meer begaben. 
Leider war das Wetter an diesem Tag weniger schön, es war ziemlich frisch und bewölkt und sehr windig, weswegen ich mich nur an den Strand legte und nicht ins Wasser ging, sondern später dann lieber noch einen kleinen Spaziergang machte und Muscheln sammelte. Dabei wurde ich von einem Ecuadorianer, Cristian, angequatscht, der dank eines Aufenhaltes in Deutschland Deutsch konnte und sich uns unbedingt anschließen wollte, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern, ab diesem Zeitpunkt war er also wie eine Klette an uns gehangen - jedoch allerdings ohne viel zu reden. Wir hatten dann jedenfalls gegen Nachmittag Hunger, weshalb wir uns erneut ein Restaurant suchten, um dort Fischsuppe und gebratenen Fisch zu essen. Danach kauften Steffi und ich uns dann noch Kokosnüsse, um daraus Kokoswasser zu trinken - das hatte schon wirklich Urlaub und Strandfeeling! Gegen Abend setzten wir uns dann mit Getränken an den Strand und unterhielten uns dort einige Zeit, bevor wir in einer Stranddisko noch ein bisschen das Tanzbein schwangen. 

Am nächsten morgen kauften wir uns dann erstmal zwei riesige Avocados sowie Brötchen und Käse und Bananenkuchen, um gemeinsam in der Gemeinschaftsküche des Hostels zu frühstücken. Da an diesem Tag zum Glück viel, viel schöneres Wetter war als am Tag zuvor, begaben wir uns an den Strand und sogar ich sprang sofort ins Wasser. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad ( hab auch schön einen Sonnenbrand kassiert - trotz Eincremen!) folgte nochmals ein kleiner Strandspaziergang und danach das Mittagessen im gleichen Restaurant wie am vorigen Tag - der einzige Unterschied: diesmal gab es Garnelensuppe! 
Da es schon ziemlich spät war ( weil wir morgens sehr lange geschlafen hatten) war es dann auch schon Zeit, den Sonnenuntergang am Strand zu genießen, bevor wir uns nochmal schnell im Hostel duschten um danach direkt unsere Sachen zu packen und uns langsam, aber sicher zur Bushaltestelle zu begeben, denn unser Bus zurück nach Quito fuhr schon um dreiviertel zehn abends. 
Heute kamen wir also um vier Uhr früh zurück im Lauten, kalten Quito an, doch die ( mehr oder weniger) zwei Tage in diesem kleinen Ort am Meer waren schon eine echt schöne Entspannung - vor allem bei der Vorstellung dabei, dass Dezember ist und ihr daheim in Deutschland euch den Arsch abfriert ;D

E wie Ecuador

Grüß Gott, meine liebsten Leser! ( d.h. : Hallo Mama und Papa!) 
In diesem Eintrag möchte ich euch mal die Eindrücke vermitteln, die ich bis jetzt von Ecuador habe. Natürlich bin ich gerade einmal drei Wochen da, deshalb kann ich noch nicht sonderlich viel über Land und Leute sagen. Dennoch denke ich, dass es vielleicht ganz interessant ist, meine "first impressions" mit euch zu teilen :) .

Nun gut, wo soll ich anfangen? Vielleicht bei der wichtigsten Sache hier: Dem Essen. Scheinbar hat Essen hier einen noch tausendmal höheren Stellenwert als in Deutschland, man isst immer und man isst immer viel. Schon mehrere Ecuadorianer haben mir jetzt gesagt, dass es hier normal ist, mindestens sieben mal am Tag zu essen. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass das Essen hier so unglaublich billig ist, sowohl im Supermarkt, als auch in Restaurants, vor allem natürlich Obst und Gemüse, von denen es so viele verschiedene exotische Variationen - wie z.B. die Guanabana - gibt, die man bei uns in Deutschland nicht einmal finden kann. Aber vor allem in Restaurants sind die Preise wirklich krass, denn man bekommt hier ein almuerzo, also ein Mittagessen, das meistens aus Suppe sowie einem Hauptgericht und Saft ( meistens Berge von arroz con pollo und Kochbanane) schon am 1,75$ - und das ganze schmeckt auch noch mega lecker! 
Zum Essen wird meistens nichts getrunken, wenn dann Saft, aber Wasser habe ich hier noch nie jemanden trinken sehen. Wenn überhaupt trinkt man das eh aus der Leitung, ich verstehe aber nicht, wie die Leute das können, weil ich finde, dass es mega eklig schmeckt. Außerdem trinkt man hier morgens oder auch abends gerne mal einen Kaffee, allerdings nicht wie bei uns, mit viel Kaffee und etwas Milch, sondern einer ganzen Tasse Milch mit einem Teelöffel Kaffeepulver - oder aber der Kaffee wird in heißem Wasser aufgelöst, dann aber ganz ganz wenig Kaffeepulver und richtig viel Zucker - mindestens zwei Teelöffel müssen da schon drin sein!
Alle anderen Getränke, die nicht gerade Saft - den man hier übrigens auch eigentlich überall frisch gepresst aus jeder erdenklichen Frucht kaufen kann - oder Wasser bzw. Kaffee sind, sind hauptsächlich Colas ( so wird hier jede Limonade bezeichnet) - wobei diese oft billiger sind als Wasser! 
Was außerdem niemals auf dem Esstisch fehlen darf, ist aji, eine Tabasco- artige scharfe Soße aus einer Pflanze namens Aji, Tomaten, Zwiebeln und etwas Öl. Bei dem ganzen trockenen Reis, den es hier gibt, ist der Aji mein Lebensretter :D!
Dass das meistgegessene Gericht hier arroz con pollo ist, könnte den ganz intelligenten Lesern unter euch vielleicht schon aufgefallen sein. Dass dem so ist, liegt wahrscheinlich daran, dass Reis und Hühnchen hier nun mal so ziemlich die billigsten Nahrungsmittel sind, aus denen man eine Hauptspeise kreieren kann - deshalb ist es auch hauptsächlich das Essen der armen Leute, wo es schon einmal vorkommen kann, dass morgens, mittags und abends arroz con pollo auf den Tisch kommt. In unserer Familie zum Beispiel gibt es gar nicht sooo oft pollo, sondern wenn dann richtiges carne, den Hühnchen wird hier nicht zum Fleisch gezählt, weshalb ich glaube, würde ich hier sagen, dass ich es präferiere, mich vegetarisch zu ernähren, trotzdem ein Hühnchen auf den Teller geknallt bekommen würde. 
Reis ist im Gegensatz zum Hühnchen aber sogar in unserer Familie tagtäglich unumgänglich, es gibt ihn eigentlich zu jeder Mahlzeit, und immer einen Berg davon. Selbst wenn es eine andere Beilage - wie beispielsweise Nudeln - gibt, muss trotzdem immer der gute alte arroz mit auf den Teller. 

Neben dem Essen gibt es natürlich auch noch andere Dinge, die sich von denen Deutschland unterscheiden. Vor allem hier in Quito herrscht ein sehr, sehr reger Verkehr und Verkehrsregeln sind hier wirklich nur pro Forma vorhanden. So interessiert es zum Beispiel keine Sau, ob über rote Ampeln gefahren wird und gebremst wird hier grundsätzlich nicht. Stattdessen macht man sich einfach durch reges Hupen bemerkbar und hofft, dass der andere zur Seite geht. Diese Methode wird vor allem bei Fußgängern gerne angewandt, auf die hier sowieso keine Rücksicht genommen wird, anders als in Deutschland ist hier immer der Fußgänger Schuld und so kann es auch passieren, dass er, als Verursacher eines Verkehrsunfalles, schon mal ins Gefängnis wandert - sofern es seine Verletzungen zulassen. 
Außerdem gibt es vor allem in Quito unzählige Busse, die zwar total wenig kosten ( 25ct durch die ganze Stadt, sofern man nicht umsteigen muss) aber dafür meistens auch mega gerammelt voll sind - und damit meine ich so voll, dass man sich wirklich nicht bewegen kann und sich wie eine eingequetschte Sardine fühlt, die kaum noch Luft zum Atmen hat.
Zudem dauert es vor allem mit dem Bus ewig, sich in der Stadt fort zu bewegen. Da Quito so lang gezogen und sowieso schon riesengroß´ist, braucht man, um vom Norden in den Süden zu fahren, schon mal zwei Stunden - wenn man einigermaßen Glück mit dem Verkehr hat. Momentan ist ein U-Bahn System jedoch schon in Arbeit, das voraussichtlich 2016 fertig gestellt werden soll und mit dem sich die Verkehrslage hoffentlich etwas entspannt. 

Auch das "stille Örtchen" unterscheidet sich von dem in Deutschland. Erstmal wird hier auf Hygiene in diesem Bereich wohl nicht allzu großen Wert gelegt, denn vor allem die öffentlichen Toiletten sind manchmal schon eine extreme Zumutung ( ich möchte darauf jetzt auch nicht unbedingt weiter eingehen) - noch dazu gibt es dort selten Toilettenpapier. Das mit dem Klopapier ist hier sowieso so eine Sache. Denn die Leitungen des Abwassersystems sind hier enger als bei uns in Deutschland, weswegen sie viel leichter verstopfen - das ist der Grund, warum hier grundsätzlich kein Toilettenpapier ins Klo geworfen wird, sondern in einen Mülleimer daneben, wo sich das ganze dann eben ansammelt, bis der Eimer voll ist und erst dann ausgeleert wird. Das meinte ich eben hinsichtlich der Hygiene. 

Was außerdem interessant - vor allem für die Bananenliebhaber unter euch - an Ecuador ist, ist die Tatsache, dass es hier wirklich tausend verschiedene Arten von Bananen gibt, die alle unterschiedliche Namen haben. Ganz ganz grob unterscheidet man zwischen den süßen Bananen, die man einfach so roh ist, und den Kochbananen, die eben nur gekocht genießbar sind, jedoch gibt es für jede dieser beiden Sorten noch unzählige Unterkategorien, so zum Beispiel unter den süßen Bananen, wie wir sie kennen, kleine dicke, sehr süße, etwas größere, schmalere und und und. Auch unter den Kochbananen gibt es Unterschiede, manche sind nur zum Kochen gedacht, andere zum Braten, aus anderen macht man eine Art Teigware - das ganze Bananenspiel habe ich aber noch nicht so ganz durchschaut und auch die unzähligen Namen sind echt schwer zu merken, deshalb unterscheide ich momentan nur zwischen süßer und Kochbanane.

Zu den Menschen hier in Ecuador lässt sich sagen, dass sie - wer hätte das gedacht - viel aufgeschlossener und freundlicher auf Fremde zugehen, als die Deutschen. Sie sind sehr Gastfreundlich und teilen gerne ( vor allem Essen) und zur Begrüßung und zum Abschied ist es üblich, dass man sich umarmt und sich dabei einen Kuss auf die rechte Backe gibt. 
Eine - für Deutsche - vielleicht etwas nervige Eigenschaft der meisten Ecuadorianer ist jedoch, dass sie zwar gerne große Töne spucken und versprechen, dich da und dorthin einzuladen oder dich zu dieser und jener Uhrzeit an einem bestimmten Ort zu treffen - das ganze dann jedoch sehr oft nicht einhalten. Daran muss man sich aber einfach gewöhnen und darauf gefasst sein, eben nicht alles, was der Ecuadorianer einem verspricht, als bare Münze zu nehmen und dann wird man auch nicht enttäuscht. 
Denn die Menschen hier meinen das ganze ja nicht böse, sondern haben einfach diese "komm' ich heut' nicht, komm' ich morgen" - Mentalität, sehen also alles nicht so streng und strikt wie wir Deutschen. 


So, das waren jetzt mal so meine ersten Eindrücke, die ich an euch weitergeben kann, natürlich gibt es noch tausend weitere Unterschiede und andere interessante Dinge, die ich erzählen könnte, aber mehr fällt mir gerade jetzt auch nicht ein. Im Laufe der Zeit werdet ihr bestimmt noch das eine oder andere von mir erfahren, aber im Moment wars das erst einmal, ich will euch ja nicht schon wieder mit einem ellenlangen Eintrag quälen :D! 
Machts gut :) !