Grüß Gott, meine liebsten Leser! ( d.h. : Hallo Mama und Papa!)
In diesem Eintrag möchte ich euch mal die Eindrücke vermitteln, die ich bis jetzt von Ecuador habe. Natürlich bin ich gerade einmal drei Wochen da, deshalb kann ich noch nicht sonderlich viel über Land und Leute sagen. Dennoch denke ich, dass es vielleicht ganz interessant ist, meine "first impressions" mit euch zu teilen :) .
Nun gut, wo soll ich anfangen? Vielleicht bei der wichtigsten Sache hier: Dem Essen. Scheinbar hat Essen hier einen noch tausendmal höheren Stellenwert als in Deutschland, man isst immer und man isst immer viel. Schon mehrere Ecuadorianer haben mir jetzt gesagt, dass es hier normal ist, mindestens sieben mal am Tag zu essen. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass das Essen hier so unglaublich billig ist, sowohl im Supermarkt, als auch in Restaurants, vor allem natürlich Obst und Gemüse, von denen es so viele verschiedene exotische Variationen - wie z.B. die Guanabana - gibt, die man bei uns in Deutschland nicht einmal finden kann. Aber vor allem in Restaurants sind die Preise wirklich krass, denn man bekommt hier ein almuerzo, also ein Mittagessen, das meistens aus Suppe sowie einem Hauptgericht und Saft ( meistens Berge von arroz con pollo und Kochbanane) schon am 1,75$ - und das ganze schmeckt auch noch mega lecker!
Zum Essen wird meistens nichts getrunken, wenn dann Saft, aber Wasser habe ich hier noch nie jemanden trinken sehen. Wenn überhaupt trinkt man das eh aus der Leitung, ich verstehe aber nicht, wie die Leute das können, weil ich finde, dass es mega eklig schmeckt. Außerdem trinkt man hier morgens oder auch abends gerne mal einen Kaffee, allerdings nicht wie bei uns, mit viel Kaffee und etwas Milch, sondern einer ganzen Tasse Milch mit einem Teelöffel Kaffeepulver - oder aber der Kaffee wird in heißem Wasser aufgelöst, dann aber ganz ganz wenig Kaffeepulver und richtig viel Zucker - mindestens zwei Teelöffel müssen da schon drin sein!
Alle anderen Getränke, die nicht gerade Saft - den man hier übrigens auch eigentlich überall frisch gepresst aus jeder erdenklichen Frucht kaufen kann - oder Wasser bzw. Kaffee sind, sind hauptsächlich Colas ( so wird hier jede Limonade bezeichnet) - wobei diese oft billiger sind als Wasser!
Was außerdem niemals auf dem Esstisch fehlen darf, ist aji, eine Tabasco- artige scharfe Soße aus einer Pflanze namens Aji, Tomaten, Zwiebeln und etwas Öl. Bei dem ganzen trockenen Reis, den es hier gibt, ist der Aji mein Lebensretter :D!
Dass das meistgegessene Gericht hier arroz con pollo ist, könnte den ganz intelligenten Lesern unter euch vielleicht schon aufgefallen sein. Dass dem so ist, liegt wahrscheinlich daran, dass Reis und Hühnchen hier nun mal so ziemlich die billigsten Nahrungsmittel sind, aus denen man eine Hauptspeise kreieren kann - deshalb ist es auch hauptsächlich das Essen der armen Leute, wo es schon einmal vorkommen kann, dass morgens, mittags und abends arroz con pollo auf den Tisch kommt. In unserer Familie zum Beispiel gibt es gar nicht sooo oft pollo, sondern wenn dann richtiges carne, den Hühnchen wird hier nicht zum Fleisch gezählt, weshalb ich glaube, würde ich hier sagen, dass ich es präferiere, mich vegetarisch zu ernähren, trotzdem ein Hühnchen auf den Teller geknallt bekommen würde.
Reis ist im Gegensatz zum Hühnchen aber sogar in unserer Familie tagtäglich unumgänglich, es gibt ihn eigentlich zu jeder Mahlzeit, und immer einen Berg davon. Selbst wenn es eine andere Beilage - wie beispielsweise Nudeln - gibt, muss trotzdem immer der gute alte arroz mit auf den Teller.
Neben dem Essen gibt es natürlich auch noch andere Dinge, die sich von denen Deutschland unterscheiden. Vor allem hier in Quito herrscht ein sehr, sehr reger Verkehr und Verkehrsregeln sind hier wirklich nur pro Forma vorhanden. So interessiert es zum Beispiel keine Sau, ob über rote Ampeln gefahren wird und gebremst wird hier grundsätzlich nicht. Stattdessen macht man sich einfach durch reges Hupen bemerkbar und hofft, dass der andere zur Seite geht. Diese Methode wird vor allem bei Fußgängern gerne angewandt, auf die hier sowieso keine Rücksicht genommen wird, anders als in Deutschland ist hier immer der Fußgänger Schuld und so kann es auch passieren, dass er, als Verursacher eines Verkehrsunfalles, schon mal ins Gefängnis wandert - sofern es seine Verletzungen zulassen.
Außerdem gibt es vor allem in Quito unzählige Busse, die zwar total wenig kosten ( 25ct durch die ganze Stadt, sofern man nicht umsteigen muss) aber dafür meistens auch mega gerammelt voll sind - und damit meine ich so voll, dass man sich wirklich nicht bewegen kann und sich wie eine eingequetschte Sardine fühlt, die kaum noch Luft zum Atmen hat.
Zudem dauert es vor allem mit dem Bus ewig, sich in der Stadt fort zu bewegen. Da Quito so lang gezogen und sowieso schon riesengroß´ist, braucht man, um vom Norden in den Süden zu fahren, schon mal zwei Stunden - wenn man einigermaßen Glück mit dem Verkehr hat. Momentan ist ein U-Bahn System jedoch schon in Arbeit, das voraussichtlich 2016 fertig gestellt werden soll und mit dem sich die Verkehrslage hoffentlich etwas entspannt.
Auch das "stille Örtchen" unterscheidet sich von dem in Deutschland. Erstmal wird hier auf Hygiene in diesem Bereich wohl nicht allzu großen Wert gelegt, denn vor allem die öffentlichen Toiletten sind manchmal schon eine extreme Zumutung ( ich möchte darauf jetzt auch nicht unbedingt weiter eingehen) - noch dazu gibt es dort selten Toilettenpapier. Das mit dem Klopapier ist hier sowieso so eine Sache. Denn die Leitungen des Abwassersystems sind hier enger als bei uns in Deutschland, weswegen sie viel leichter verstopfen - das ist der Grund, warum hier grundsätzlich kein Toilettenpapier ins Klo geworfen wird, sondern in einen Mülleimer daneben, wo sich das ganze dann eben ansammelt, bis der Eimer voll ist und erst dann ausgeleert wird. Das meinte ich eben hinsichtlich der Hygiene.
Was außerdem interessant - vor allem für die Bananenliebhaber unter euch - an Ecuador ist, ist die Tatsache, dass es hier wirklich tausend verschiedene Arten von Bananen gibt, die alle unterschiedliche Namen haben. Ganz ganz grob unterscheidet man zwischen den süßen Bananen, die man einfach so roh ist, und den Kochbananen, die eben nur gekocht genießbar sind, jedoch gibt es für jede dieser beiden Sorten noch unzählige Unterkategorien, so zum Beispiel unter den süßen Bananen, wie wir sie kennen, kleine dicke, sehr süße, etwas größere, schmalere und und und. Auch unter den Kochbananen gibt es Unterschiede, manche sind nur zum Kochen gedacht, andere zum Braten, aus anderen macht man eine Art Teigware - das ganze Bananenspiel habe ich aber noch nicht so ganz durchschaut und auch die unzähligen Namen sind echt schwer zu merken, deshalb unterscheide ich momentan nur zwischen süßer und Kochbanane.
Zu den Menschen hier in Ecuador lässt sich sagen, dass sie - wer hätte das gedacht - viel aufgeschlossener und freundlicher auf Fremde zugehen, als die Deutschen. Sie sind sehr Gastfreundlich und teilen gerne ( vor allem Essen) und zur Begrüßung und zum Abschied ist es üblich, dass man sich umarmt und sich dabei einen Kuss auf die rechte Backe gibt.
Eine - für Deutsche - vielleicht etwas nervige Eigenschaft der meisten Ecuadorianer ist jedoch, dass sie zwar gerne große Töne spucken und versprechen, dich da und dorthin einzuladen oder dich zu dieser und jener Uhrzeit an einem bestimmten Ort zu treffen - das ganze dann jedoch sehr oft nicht einhalten. Daran muss man sich aber einfach gewöhnen und darauf gefasst sein, eben nicht alles, was der Ecuadorianer einem verspricht, als bare Münze zu nehmen und dann wird man auch nicht enttäuscht.
Denn die Menschen hier meinen das ganze ja nicht böse, sondern haben einfach diese "komm' ich heut' nicht, komm' ich morgen" - Mentalität, sehen also alles nicht so streng und strikt wie wir Deutschen.
So, das waren jetzt mal so meine ersten Eindrücke, die ich an euch weitergeben kann, natürlich gibt es noch tausend weitere Unterschiede und andere interessante Dinge, die ich erzählen könnte, aber mehr fällt mir gerade jetzt auch nicht ein. Im Laufe der Zeit werdet ihr bestimmt noch das eine oder andere von mir erfahren, aber im Moment wars das erst einmal, ich will euch ja nicht schon wieder mit einem ellenlangen Eintrag quälen :D!
Machts gut :) !
Danke fuer die infos in sachen in hygiene und banane bussi mama
AntwortenLöschendu liebst doch bananen für dich dürfte das sogar wirklich interessant sein :D
LöschenDann kauf mir ein flugticket maus ruf den fuchs und die rita an und ich komme zur weiterbildung!bussi
LöschenHalloooo-keine gute idee??????
Löschenja, dann kannst du denen als Hygienebeauftragte hier mal die Leviten lesen :D!
LöschenGenau! Soll ich klopapier und klobürste mitbringen?
LöschenWäre keine schlechte Idee, das ist hier nämlich Mangelware, genauso wie Klotüren, Klobrillen, Seife und Spülung
LöschenDas hört sich ja nach nem größeren auftrag an....klotüren gibts da auch net????????
Löschenmanchmal nicht
LöschenIiiiiiiiiiiiiiih
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